Malerei

Seit unserer frühsten Kindheit malen wir, gefördert durch unsere Eltern, Erzieher(innen) und Lehrer(innen). Bei den meisten von uns, hört dieses kindliche Interesse und die Neugier beim Entdecken dieser Ausdrucksform, sehr bald auf. Bei einigen ist es schade. Vor allem, wenn äußere Einflüsse und Stress in Beruf, Familie oder Partnerschaft uns davon abhalten, obwohl wir es eigentlich liebten. Bei manch einem mag es allerdings auch besser so sein, denn völliger Talentfreiheit bringt niemals etwas Gutes hervor.

Dass das alles nicht auf mich zutrifft, hoffe ich sehr. Jedenfalls habe ich nie aufgehört, meine Welt durch Stift und Pinsel zu sehen. In der Rückschau auf alte Kindergarten- und Schulbilder kann ich sehen, dass ich schon früh die Perspektive für mich entdeckte und dass ich mit Fantasie und Geduld gemalt habe. Als junger Erwachsener gab es eine Phase, in der kaum ein Strich den Weg auf’s Papier gefunden hat, weil mein tägliches Leben völlig anders aussah. Aber spätestens mit meinem Studium an der FH für angewandte Kunst in Heiligendamm, brach es sich wieder bahn. Auch wenn mein Abschluss als Dipl. Ing. FH im Fachbereich Innenarchitektur eher technischen Charakter hat, war die Lehre der Schule doch so aufgefasst, dass die Grundlagen der Gestaltung, vor allem im Grundstudium, allumfassend behandelt wurden. Den Grundsätzen des Bauhauses verpflichtet und in Anlehnung an die Gestaltungslehre der Kunsthochschule Burg Giebichenstein, belegten wir Fächer wie Farbenlehre, Naturstudium, Gestaltung Form, Gestaltung Fläche, Fotografie, Kunstgeschichte und Ästhetik.

Das alles zwang mich, mich mit den Problemstellungen des Gestaltens auseinanderzusetzen. Und plötzlich war es wieder da. Ich malte und zeichnete und fühlte mich immer lockerer und sicherer im Umgang mit den verschiedenen Techniken, den Farben und Formen und deren Anordnung auf dem Blatt bzw. der Leinwand. Ich befasste mich im Selbststudium mit den Körperstudien von Gottfried Bammes, in seinen Büchern „Der nackte Mensch“ und „Figürliches Gestalten“. Er sagt darin, dass man irgendwann den Punkt erreicht, an dem man einen Menschen in jeder gewünschten Stellung oder Perspektive darstellen kann, ohne dafür ein Modell zu benötigen. Das konnte ich mir damals nicht vorstellen. Heute ist es tatsächlich so, dass ich alles, was mir in meinen, zum Glück immer noch voller Fantasien steckenden, Kopf kommt, einfach so zeichnen oder malen kann. Das muss dann nicht allen gefallen, aber es sieht zumindest genau so aus, wie ich es wollte. Das zeigt, dass neben einem gewissen Talent, für das man ja nicht kann, viel Übung wirklich hilfreich ist.

Im Übrigen steckt tatsächlich so viel Verschiedenes in meinem Kopf, was raus will, dass ich mich nie so recht auf nur einen Stil festlegen mochte. Die Kunstkritik ist es gewohnt, in Schubladen zu denken. Und wenn man in keine ganz eindeutig hineinpasst, dann hat der Künstler halt seinen Stil noch nicht gefunden. Ich finde das albern und armseelig, denn jeder von uns besteht doch aus einer Vielzahl von Stimmungen, Emotionen, Erfahrungen und Facetten. Nur ein Fach davon zu bedienen ist mir zu wenig und ich stehe absolut dazu.

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